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Besuch aus Finnland

Montag , 22.4.2919, gegen 15:43: Das große Abenteuer begann! Der RE8 aus Hamburg rollte quietschend in den Lübecker Bahnhof ein, sodass nur noch dünne Zugtüren und 65 graue Pflastersteine die Finnen und das Empfangskomitee trennte. Kurz nach dem Öffnen der Türen lagen sich dann alte Bekannte in den Armen und die Freudentränen mündeten in der allgemeinen Übereinstimmung, dass nur noch ein Drink bei Peter Pane den Wasserverlust ausgleichen konnte. Dass bei jedem der am Austausch beteiligten Schülerinnen und Schüler dann zu dem Drink auch noch ein Burger und eine Hand voll Pommes mit vorzüglichen Soßen und vielem mehr dazu kam, markierte für uns alle den Höhepunkt des ersten Tages, sodass die kommenden vier Tage mit Euphorie und Ungeduld erwartet wurden.

Der Austausch zwischen Kotka (Finnland) und Lübeck (Deutschland) ist eine Veranstaltung, für die man sich in der Jahrgangstufe E bewerben kann. Der Austausch zieht sich über zwei Jahre hinweg. In jeweils einem der Jahre besuchen die Austauschschüler*innen ihre Austauschpartner*in für etwa eine Woche. In dieser Woche wird neben dem internationalen Kennenlernen auch viel Wert auf das Kennenlernen der unterschiedlichen Schulsysteme und Unterrichtsarten gelegt. Zusätzlich gibt es immer noch weitere Beschäftigungen, die für die Austauschschüler*innen geplant werden. Im April des letzten Jahres besuchten sieben Schülerinnen und Schüler des Kaharineums Kotka. In der ersten Woche nach den Ferien stand nun Besuch von sechs Finnen an.

Nach der Ankunft der Finnen am Montag, begann der Dienstag mit Unterricht. Für die Finnen war die große Beteiligung an Unterrichtsgesprächen erstaunlich. In Finnland gibt es kaum Unterrichtsgespräche oder Diskussionen. Meist wird in Stillarbeit oder gelegentlich auch in Partnerarbeit gelernt. Sogar im Sprachunterricht wird kaum gesprochen. Nach einer kurzen Mittagspause machten wir eine Stadtführung durch Lübeck. Es war besonders interessant zu erfahren, dass Martin Luther auch in Finnland eine große Rolle gespielt hat. Anschließend fuhren wir mit dem Zug nach Travemünde, dort machten wir bei heftigem Gegenwind einen Spaziergang und aßen Eis.

Mittwochs besuchten wir das Lübecker Rathaus, wo wir von der Stadtpräsidentin Frau Schopenhauer empfangen wurden. Anschließend machten wir uns nach Hamburg auf. Dort besuchten wir unter anderem das Rathaus und die Elbphilharmonie. Von der Plattform aus blickten wir über ganz Hamburg. In Lübeck wieder angekommen, wurden wir von Herrn Olbrich zu Eis bei Niederegger und der Besichtigung des St. Petri Aussichtsturms eingeladen. Ein weiterer anstrengender und erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

Am Donnerstag besuchten die finnischen Austauschschüler das Willy-Brandt Haus. Abends trafen wir uns in der Schule zu einem gemütlichen Abendessen auf dem Klosterhof. Es wurde gelacht und geplaudert und sogar ein wenig finnisch gelernt. Als alle satt waren, wurde noch gemeinsam aufgeräumt und abgewaschen und dann lösten wir uns wieder auf, damit die Finnen ihre Koffer packen konnten.

Am Freitag morgen kamen die Finnen wieder mit in den Unterricht. Mittags verabschiedeten wir uns dann voneinander. Es war eine wunderschöne erlebnisreiche Woche, in der wir zusammen viel Spaß und viel erlebt hatten. Wir haben unsere Austauschschüler und auch die finnische Kultur noch näher kennengelernt. Außerdem haben wir Freundschaften für’s Leben geschlossen.

Luise Pohlmann, Q1