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Besuch im kardiogenetischen Labor

Nachdem unser Englischkurs des Abiturjahrgangs Huxleys Brave New World durchgearbeitet und ein Magazin zum Thema Our World in 50 years zusammengestellt hatte, waren wir bereit für die manifest gewordene Zukunft:

Ein ehemaliger Schüler des Katharineums, Dr. Jaafaar Al-Hasani, half uns den Kontakt zu Prof. Jeanette Erdmann herzustellen. Sie und ihre Kollegen und Kolleginnen erforschen die Diagnose und Therapie von Herzinfarkten mittels funktionaler Analyse der DNA im Institut für Kardiogenetik. Dabei sind sie interdisziplinär, national und international vernetzt und kooperieren in der Integration bioinformatischer, epidemiologischer, klinischer und experimenteller Daten, um die bereits bekannten Teile der menschlichen Erbinformation und ihre Funktionen weiter zu definieren und natürlich mehr über noch unbekannte Mechanismen dieser Krankheitsverläufe und andere relevante Wirkungsweisen unserer Gene herauszufinden.

Unserer Gruppe wurde sehr freundlich und offen ein Einblick in die wissenschaftliche Arbeitsweise dieses Teams gewährt. Die Fachkolleginnen und –kollegen schafften es, uns eine Idee von dem hochkomplexen Problemfeld zu vermitteln, von den Arbeitsschritten, der Auswertung des menschlichen Genoms mit Hilfe von Computern und Mendelscher Gesetze, labortechnischer Untersuchungen und vielen anderen Schritten und Faktoren, die notwendig sind, um nach etwa zehn Jahren intensiver Detektivarbeit ein so beeindruckendes Ergebnis in der Herzinfarktforschung zu erzielen.

In der anschließenden inspirierenden Diskussion stand uns Prof. Erdmann Rede und Antwort zum Thema Gentechnik. Jede Frage wurde offen beantwortet und lieferte überraschende Fakten und Einblicke zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit, der veränderten Haltung der Wissenschaft in den letzten Jahren, dem Umgang mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen in der internationalen Gemeinschaft, Genmanipulation in der Landwirtschaft, ethischen Grundfragen und einigem mehr.

Die wissenschaftliche „Druckbetankung“ dieses Ausflugs in die Praxis zeigte allen Kursmitgliedern, dass die „trockene“ Theorie des schulischen Alltags verkörpert durch die Ideen Huxleys, Mendels, dem Lernen der englischen Sprache, dem Gebrauch des Computers etc. Voraussetzungen für die Realisierung eines herkulischen Projektes sind, wie die Bekämpfung der häufigsten Todesursache der Menschheit.

Die erstaunliche Art und Weise, wie das wissenschaftliche Team von Prof. Erdmann international auf vielen Ebenen erfolgreich Forschung betreibt und Ergebnisse erzielt, ist vorbildlich und stellt als solches selbst eine kleine utopische Realität dar.

Herr Welge