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Debattierstipendium der Michael-Haukohl-Stiftung

Debatte. Ein Wort, das uns immer wieder begegnet. Ein Wort, das gerade in der Politik und in den Medien permanent herumgeistert und von dem viele nicht wissen, was sich wirklich dahinter verbirgt. Eine Debatte ist eben mehr als eine Talkshow-Runde mit den immer gleichen fünf Politikern, die mehr oder weniger geordnet durcheinander reden und dabei probieren, das Gegenüber zu überbieten, mehr stimmlich als inhaltlich.

Was also verbirgt sich wirklich hinter dem Begriff Debatte? Das durften wir, vier Schülerinnen und Schüler des Q1-Jahrgangs, am eigenen Leibe erfahren. An insgesamt fünf Wochenenden ermöglichte die Michael-Haukohl-Stiftung uns und Schülerinnen und Schülern von fünf weiteren Lübecker Gymnasien die Teilnahme an Kursen zu Redetechnik, Argumentationsstruktur und schließlich zur Durchführung von Debatten im British Parliamentary Style (vier Teams mit je zwei Rednern, zwei Teams Regierung und zwei Opposition, zugeloste Positionen). Der stets gelungene Spagat zwischen der Vermittlung von theoretischem Wissen und dessen Anwendung in der Debatte sowie anderen praktischen Rede-Formen ließ uns das frühe Aufstehen am Wochenende verschmerzen und bildete eine weitreichende und lehrreiche Erweiterung der zum Beispiel im Deutschunterricht angeeigneten Informationen bezüglich Argumentation sowie strukturiertem und zielgerichtetem Schreiben (beziehungsweise in diesem Fall eher Reden). Darüber hinaus wurden wir mit vollkommen neuen Gesichtspunkten eben dieser Bereiche vertraut gemacht.

Seinen Höhepunkt fand das Rhetorik-Stipendium in der Debattiermeisterschaft, die im Lübecker Rathaus ausgetragen wurde und bei der das Katharineum als eine von zwei Schulen mit allen vier TeilnehmerInnen vertreten war, von denen es ein Zweier-Team ins Finale schaffte, dort den Sieg aber knapp verfehlte.

Insgesamt war das Rhetorik-Stipendium der Michael-Haukohl-Stiftung eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht. So haben wir uns auf der einen Seite mit den theoretischen und praktischen Aspekten einer Debatte, aber auch im Allgemeinen einer Rede, auseinandergesetzt. Auf der anderen Seite wurde uns die Bedeutung der Debatte gerade in der aktuellen politischen Lage deutlich. Momentan, da sogenannte „alternative Fakten“ und reißerische Kampagnen den Diskurs dominieren und die Politik vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe stellen, ist die Debatte als gepflegte Form der Konversation, deren Schlagkraft vor allem in ihrem faktenbasierten Inhalt und weniger in unsachlichen und persönlichen Anfeindungen liegt, vielleicht größer denn je. Deshalb freue ich mich für die kommenden Jahrgänge, dass einige auch hier die Chance zu einem solchen Projekt erhalten werden und wer weiß, vielleicht gelingt es ja nächstes Jahr, den Sieg wieder ans Katharineum zu holen!

Louis Strelow, Q1d