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Fassade im Herbst (Slider)
Kreuzgang

Neuengamme

Im März fuhren die neunten Klassen zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Bei der Hinfahrt war die Stimmung noch recht ausgelassen, doch beim Betreten der Gedenkstätte änderte sich das schlagartig. Das Lachen ging in ein Grübeln über, denn obwohl die Baracken der Insassen nicht mehr stehen, ist die historische Begebenheit noch lebendig. Da man ein Konzentrationslager bisher nur aus Abbildungen kannte, wurden einem in Neuengamme die menschenverachtenden Geschehnisse während des Dritten Reiches noch klarer und bewusster.

Auch die Museumsausstellung aus Opfer- und Tätersicht war einerseits  schrecklich, andererseits aber auch sehr interessant. Den Kontrast zwischen dem Leben eines Insassen und dem eines Aufsehers wurde einem vor allem anhand eines kleinen idyllischen Einfamilienhauses, wenige Meter von den Grenzen des Konzentrationslagers entfernt,  bewusst. Die Insassen lebten auf kleinstem Raum und schliefen zu neunt in einem Stockbett.  Dahingegen lebte der Oberaufseher mit seiner Familie in einem großzügigen Haus.

Besonders schockierend war für alle, dass nach dem Ende des 2. Weltkriegs dieses Haus weiterhin bewohnt wurde. Ein Nebenfluss der Elbe, der am Konzentrationslager Neuengamme vorbeifließt, wurde auch weiterhin wie ein normaler Freizeitfluss zum Bootfahrten und Schwimmen genutzt. Mit dem Thema „Aufarbeitung und Umgang mit dem Nationalsozialismus“ beschäftigte sich der letzte Raum. Man sah, dass der Übergang von Verdrängung des Geschehens zu historischer Aufarbeitung mit viel Diskussion auf politischer und privater Ebene verbunden war.

Nach vier Stunden intensiver Auseinandersetzung mit der Geschichte von Insassen und Tätern fuhren wir sehr nachdenklich zurück nach Lübeck. In der folgenden Geschichtsstunde wurde das Erfahrene noch einmal aufgearbeitet.

 

Redaktion des Websiteteams